Ghostwriter als Ideengeber

Mittwoch, 27. Juli 2016 16:38

Ghostwriting beschränkt sich in den seltensten Fällen auf das reine Schreiben. Denn längst haben viele Kunden das eigentliche Potential erkannt, das die Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter eröffnet: Ihre eigenen Ideen, die vielleicht Wochen, Monate oder gar Jahre im Kopf, in der Schublade oder auf der Festplatte gesammelt wurden, stoßen auf Resonanz, werden begutachtet, reflektiert und ergänzt.

Ironischerweise stellen sich Ghostwriter insbesondere dann als besonders wertvoll heraus, wenn sie sich nicht auf das Jasagen und das Ausführen schlichter Textaufträge beschränken: Denn erst dann, wenn Meinungs- oder Wahrnehmungsunterschiede existieren, wenn fundierte Perspektiven aufeinandertreffen, wenn es zu einem Ideenaustausch kommt, entfalten Ghostwriter ihre tatsächlichen Möglichkeiten.

Nur ein kleiner Teil der Kunden nimmt diese Möglichkeiten allerdings in Anspruch. Stattdessen geht es vielen um die schnelle und widerspruchslose Umsetzung eines Buchprojekts – das dementsprechend im Mittelmaß verharrt.

Die Ideen, die ein Ghostwriter beisteuern kann, ergeben sich zum Teil aus seinem Wissenshintergrund, aus seiner Bildung und seiner persönlichen Vorgeschichte, zum Teil basieren sie auch auf den handwerklichen Schreiberfahrungen.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Herstellung von Assoziationen, die sich in überzeugende Bilder übersetzen lassen. Erst dann ergibt sich das treffende Zusammenspiel von Form und Inhalt, das einen guten Text auszeichnet.

Ghostwriter bieten die Möglichkeit, aus den Befangenheiten der alltäglichen und oftmals gedankenlos geäußerten Phrasen, die das politische und wirtschaftliche Leben kennzeichnen, auszubrechen. Auf diese Weise kommt die Sprache so zur Geltung, wie sie es verdient – als Ausdruck von Fakten, Ideen und Überzeugungen, hier und da auch als nüchterne Darstellung, flammender Appell oder schwärmerische Spielerei.