Von der Chefetage zum Ghostwriter und zurück: Redenschreiben

Mittwoch, 01. März 2017 15:51

Manager leiden bekanntlich unter chronischer Zeitknappheit, die sich ebenfalls in einer Knappheit ihrer Aufmerksamkeit niederschlägt. Gerade beim sensiblen Thema „Redenschreiben“ kann sich dies jedoch als verhängnisvoll erweisen.

Wer zu einem Thema sprechen möchte – sei es ein selbstgewähltes oder ein vom Veranstalter oder Publikum gewünschtes – hat die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge mit seinen eigenen Worten darzulegen; Eine Möglichkeit, die angesichts des um sich greifenden Zeitdrucks und der zahlreichen Medien, die täglich um unsere Aufmerksamkeit ringen, sinnvoll genutzt werden sollte.


Welches aber sind die geeigneten Worte, die einerseits das Thema präzise charakterisieren, andererseits aber auch das Publikum, dessen Aufnahmebereitschaft und Wissensstand berücksichtigen?


Personen, die ihre Reden nicht selbst schreiben, delegieren diese Aufgabe gerne an Untergebene, deren Zeit etwas entbehrlicher zu sein scheint. Mit etwas Glück findet sich hier ein fähiger Mitarbeiter, der mit sprachlichem Geschick und viel Einfühlungsvermögen eine Rede erstellt, die nicht nur inhaltlich überzeugt, sondern deren Formulierungen zum Zuhören einladen – denn vor allem darum geht es bei einer Rede. Fehlt dieses Glück oder Geschick im eigenen Unternehmen, so werden externe Kräfte genutzt. Der Vorteil: Redenschreiber liefern diskret und schnell einen hochwertigen Text, in den sie ihre langjährigen Erfahrungen einfließen lassen. Der Nachteil: Soll die Rede fachspezifische oder sehr technische Informationen liefern, so müssen diese dem Redenschreiber zur Verfügung gestellt werden, ebenso wie Texte, die auf den persönlichen Stil des Redners schließen lassen. Nur so kann letztendlich jener Ton getroffen werden, der auch zu Auftritt, Erscheinungsweise und Sprechgewohnheiten des Vortragenden passt.


Auch das Publikum will in einer Rede umworben werden – aber auf geschickte, subtile Art. Wer lediglich plumpe Anbiederungen aneinanderreiht, verliert schnell die Gunst seiner Zuhörer.